Tauwerk
Nach einem langen Tag auf hoher See wird schließlich wieder der Hafen angesteuert. Nun gilt es, das Boot zwischen den anderen Schiffen sicher zum Liegeplatz zu lenken. Anlegemanöver gelten besonders bei ungünstigen Wetterbedingungen zu den schwierigsten Manövern beim Segeln und können einen Skipper schon mal zum Schwitzen bringen. Damit das Anlegen souverän klappt, sollte sich das geeignete Tauwerk an Bord befinden. Von Festmachern in den unterschiedlichsten Längen bis hinzu Zeisingen und Fenderleinen bietet unser Onlineshop zu diesem Zweck eine große Auswahl an unterschiedlichsten Bootsleinen an.
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Inhalt: 15 Millimeter (1.260,00 €* / 1000 Millimeter)
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Wie wird Tauwerk für Segelboote hergestellt?
Zuverlässiges Tauwerk gehört zur grundlegenden Decksausrüstung. Ob beim Anlegen im Hafen, beim Setzen der Segel oder beim Sichern von Ausrüstung, jede Leine erfüllt eine bestimmte Aufgabe und muss dafür passend ausgewählt sein. In unserem Sortiment findest du hochwertiges Tauwerk für Segelboote, Motorboote und Yachten führender Hersteller wie Plastimo, Robline und Liros.
Geschlagenes Tauwerk besteht aus abwechselnd links- und rechtsherum gedrehten Strängen. Dieses Drehen erfolgt stets unter Spannung der Fasern. Als Grundelement dienen hierbei Fasern, die linksherum gedreht einen Faden bilden. Werden mehrere Fäden rechtsherum zusammengesetzt, entsteht ein sogenannter Garn. Dreht man diesen wiederum linksherum, kommt ein Kardeel zustande. Drei Kardeele, die rechtsherum verdreht sind, bilden letztendlich ein Seil. Diese bewährte Konstruktion ist mit die älteste Machart und gilt als Basis für die meisten Tauwerksorten.
3-oder 4-schäftiges Tauwerk besteht aus drei, oder eben vier, Litzen. Sie werden in der Bootssprache „Kardeele“ genannt und sind in Form eines Wendels um die Mittelachse geschlagen. Klassisch, einfach und haltbar, dazu auch sehr gut und einfach zu spleißen. Kein „Hightech-Produkt“ aber simpel und einfach in der Anwendung. Diese kannst du für klassische Yachten, Festmacher, Fenderleinen, Ankerleinen und vieles mehr einsetzen. Geschlagenes Tauwerk hat sich aufgrund seiner Stärke und der einfachen Spleißbarkeit in der Vergangenheit vielfach bewährt. Im Segelsport wird diese Machart in der Regel bei der Herstellung von Festmacher und Ankerleinen verwendet.
Geflochtenes Tauwerk gibt es in sehr vielen verschiedenen Herstellungsarten wobei jede Konstruktion das Ziel hat, besondere Eigenschaften für den jeweiligen Einsatzzweck zu bieten. Beispielsweise ist ein 8-fach Quadratgeflecht für eine Ankerleine oder einen Festmacher perfekt geeignet. Diese Konstruktion dämpft Lasten, ist gut zu spleißen und die Leine kinkt (verdreht) nicht. Fallen oder Leinen mit Kern-Mantel-Geflecht sind 8-/12-/24 oder auch 36-fach geflochten. Ziel ist dabei, das Seil robust und widerstandsfähig zu machen, bzw. die Arbeitsdehnung so gering als möglich zu halten. Spezielle Behandlungen, wie Strecken, Beschichten oder Thermofixieren des Tauwerks machen die besonderen Eigenschaften des jeweiligen Tauwerks in der Produktion erst möglich.
Welches Material wird für die Herstellung von Tauwerk verwendet?
Im Gegensatz zu früheren Zeiten besteht modernes Tauwerk für Segelboote nicht mehr aus Naturfasern wie Hanf oder Sisal, sondern ausschließlich aus chemisch hergestellten Kunststofffasern wie Polyester (PES), Polyamid (PA), Polypropylen (PP) oder Polyethylen (HMPE).
Der in der Sportschifffahrt weit verbreitete Begriff Dyneema ist dabei nur ein Markenname eines Niederländischen Chemiekonzerns. Selbst auf klassischen Schiffen findest du Tauwerk, das zwar optisch aussieht wie ein Naturfasertauwerk, aber aus modernen Kunstfasern besteht. Diese Fasern sind deutlich belastbarer, langlebiger und dabei leichter als Naturfasern. Je nach Einsatzzweck eignen sich unterschiedliche Materialien.
Im folgenden Abschnitt geben wir dir einen Überblick über die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien und wofür sich diese am besten eignen.
Polyethylen (Dyneema)
- extrem reißfest, dennoch flexibel
- hohe Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Chemikalien
- sehr leicht und schwimmfähig
- äußerst glatt, hält nicht auf Klampe oder Klemme
- wird meistens als Tauwerkkern mit einem Mantelgeflecht aus anderem Kunstfasermaterial zusammen verarbeitet (Kerngeflecht)
- hoher Bruchlastverlust von 50-75% durch Knoten (sollte immer gespleißt werden)
- ist gut spleißbar
- dauerhafte Längendehnung unter hoher Belastung (Kriechen)
Polyester
- UV-beständig
- abriebsfest
- hohe Bruchlast
- meerwasserbeständig
- dehnungsarm
- häufig als Mantelgeflecht verwendet
- gutes Allround-Tauwerk (Fallen, Schoten im Kern; Festmacher, Ankerleinen)
- ist am häufigsten auf Yachten und Booten zu finden
Polyamid
- sehr dehnfähig
- hohe Bruchlast und Schnittfestigkeit
- gut UV-beständig
- nimmt Feuchtigkeit auf
- abriebsfester bei Nässe
- schwer entflammbar
Polypropylen
- schwimmfähig durch sehr geringes Gewicht
- keine gute UV-Beständigkeit
- nur geringe Scheuer-/Abriebfestigkeit
- preisgünstig
- Festmacher und Universalleinen
Wie pflege ich Tauwerk?
Alterungen im Tauwerk kannst du gut selber an ausfaserndem Material erkennen. Es wird verursacht durch ständige Belastung, insbesondere durch scheuern. Beispielsweise in Fallenstoppern, Winschen, oder in Tauklemmen. Wenn das Tauwerk über eine Kante schamfielt (scheuert), weil vielleicht eine Umlenkung nicht genau ausgerichtet ist, solltest du auch die Tauwerk-Führung verändern. Die Hauptbelastungspunkte von Tauwerk in Klemmen kannst du von Zeit zu Zeit ganz einfach verlegen, indem du es am Ende kürzt. Daher immer ein oder zwei Meter Reserve in deiner Tauwerklänge einplanen.
Tauwerk solltest du so gut wie möglich vor UV-Licht schützen. Modernes Material ist zwar weitgehend für den Einsatz unter UV-Belastung ausgelegt, Fakt ist aber, dass Tauwerk schneller altert, je mehr es UV-Licht ausgesetzt ist. Hier solltest du besonders günstige Leinen und Schoten meiden. In billigem Material sind meist Fasern verarbeitet, die keine große Haltbarkeit aufweisen und schnell hart werden oder sich sogar ganz auflösen. Ein Material, dass dafür besonders anfällig ist wäre Polypropylen. Einen guten Schutz für Leinen vor Durchscheuern und UV-Licht bieten Tauwerkschoner oder Tauwerkschutzschläuche. Sie sind für verschiedene Leinen-Durchmesser erhältlich und werden über das Tauwerk gezogen.
Besonders bei Einsatz von Leinen, Fallen oder Schoten im Salzwasser werden diese manchmal so hart, dass du sie fast hinstellen kannst. Sie laufen nicht mehr richtig durch Blöcke oder halten nicht in Klemmen. Grund dafür sind Schmutz und Salzkristalle, die sich in das Gewebe gesetzt haben. Deshalb solltest du, idealerweise kurz vor dem Winterlager (bessere Trocknung!), die Leinen einer Waschung unterziehen. Das Tauwerk in einem Eimer Süßwasser (wichtig!) zusammen mit einer sehr kleinen Menge Feinwaschmittel geben und ordentlich walken. Anschließend gut mit Süßwasser spülen und vollständig trocknen. Jetzt sind alle Leinen wieder handig und weich und können über die Winterzeit trocken gelagert werden.
Auch die Lagerung von Tauwerk während der Saison an Bord sollte möglichst UV-geschützt und vor allem trocken erfolgen. Zum Beispiel in einer gut belüfteten Backskiste. Soweit es geht, keine Fallen, Schoten, Leinen oder Festmacher an der Reling hängen lassen. Sie sind dann ungeschützt und können leicht über Bord gehen.
Welcher Tauwerkdurchmesser ist der richtige?
Ob das ausgewählte Tau das passende für dich ist, hängt auch von deiner zu erwartenden Belastung ab. Dazu solltest du die auf ein Tau maximal wirkende Arbeitslast berücksichtigen. Sie muss natürlich mindestens erreicht werden, um das Tauwerk einsetzen zu können. Zusätzlich musst du eine Sicherheit von ca 20% mehr Arbeitslast einplanen.
Eine deutlich höhere Arbeitslast ist aber durchaus auch von Nachteil. Das Tauwerk wird dann deutlich dicker, schwerer unhandlicher und teurer. Die Hersteller von Tauwerk geben stets die Bruchlast einer Leine an. Die Arbeitslast ist dabei ca. 20% bis 30% der Bruchlast. Ein Tampen mit einer Bruchlast von z.B. 2000daN (1daN entspricht etwa 1kg Zug auf das Seil) hat dann eine Arbeitslast von 400 bis 600daN.
Klar ist, dass mit steigendem Durchmesser eines Tau natürlich auch dessen Bruchlast und damit dessen Arbeitslast steigt. Jeder Knoten dagegen beeinflusst die Bruchlast negativ und setzt sie herab und das oft um mehr als die Hälfte! Jetzt wird deutlich, warum ein Spleiß einem Knoten immer vorzuziehen ist!
Was bedeutet Spleißen?
Zum einen bezeichnet der Begriff die Verbindung von zwei Tampen durch Verflechten der einzelnen Kardeele. Zum zweiten meint man mit Spleißen auch das Einflechten eines Auges in einen Tampen oder ein Tau. Besonders gut spleißen lässt sich geschlagenes Tauwerk. Es ist mit ein bisschen Übung ohne spezielles Werkzeug möglich. Bei geflochtenem Tauwerk sind Spleißnadeln und erfordern deutlich mehr Fingerfertigkeit von dir.
Sehr praktisch sind Spleißtaschen. Darin befinden sich alle Utensilien zum Spleißen aller gängigen Yachtteuwerk-Konstruktionen. Neben der deutlich höheren Bruchlast gegenüber einem Knoten besteht auch der Vorteil, dass ein gespleißtes Tau nicht an einem Vorsprung oder einem Hindernis hängen bleiben kann.