Seenotsender
Seenotsender helfen dabei, in einer Notsituation schnell auf die eigene Position aufmerksam zu machen. Je nach System erfolgt die Alarmierung über Satellit oder direkt an Schiffe in der Umgebung. Dabei erfüllen EPIRB, AIS-MOB, AIS-SART und PLB unterschiedliche Aufgaben und sollten deshalb nicht einfach nach Reichweite miteinander verglichen werden.
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Bei der Auswahl eines Seenotsenders für Boote sollte zuerst geklärt werden, welche Art von Notfall abgesichert werden soll. Eine EPIRB ist für die satellitengestützte Alarmierung der Rettungskette vorgesehen. Ein AIS-MOB-Sender hilft der eigenen Crew und Schiffen in der Nähe, eine über Bord gegangene Person schnell zu lokalisieren.
Ein AIS-SART unterstützt Search-and-Rescue-Einsätze, während eine PLB als persönlicher Satellitensender eingesetzt werden kann, sofern die jeweiligen nationalen Vorgaben dies zulassen. Die Systeme können sich daher sinnvoll ergänzen und gemeinsam zu einem umfassenderen Sicherheitskonzept an Bord beitragen.
EPIRB – satellitengestützter Seenotsender fürs Boot
Welcher Seenotsender fürs Boot geeignet ist, hängt vor allem davon ab, ob ein Notruf an die internationale Rettungskette gesendet, eine über Bord gegangene Person lokalisiert oder ein Rettungsmittel für Such- und Rettungskräfte sichtbar gemacht werden soll.
Eine EPIRB ist ein schiffsbezogener Seenotsender, der im Notfall auf 406 MHz ein Alarmsignal über das internationale COSPAS-SARSAT-Satellitensystem übermittelt. Dadurch kann die zuständige Rettungsorganisation alarmiert werden, ohne dass sich ein anderes Schiff in unmittelbarer Nähe befinden muss.
Moderne EPIRBs verfügen häufig über integriertes GNSS und können dadurch ihre genaue Position zusammen mit dem Notruf übertragen. Je nach Modell kommen zusätzliche Funktionen wie AIS oder RLS (Return Link Service) hinzu. RLS kann bestätigen, dass das Notsignal vom Satellitensystem empfangen wurde. Für Offshore- und Hochseefahrten ist eine EPIRB deshalb ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitsausrüstung fürs Boot.
AIS-MOB für Mann-über-Bord-Situationen
Ein AIS-MOB-Sender ist speziell für den Fall gedacht, dass eine Person über Bord geht. Nach der Aktivierung sendet das Gerät die eigene Position über AIS an entsprechend ausgerüstete Schiffe in der Umgebung. Dadurch können die eigene Crew oder andere Schiffe die Position des MOB-Senders auf geeigneten AIS-Geräten sehen und gezielt zur Person zurückkehren. Je nach Modell kann zusätzlich DSC unterstützt werden.
AIS-MOB-Systeme sind kompakt und werden häufig direkt an der Rettungsweste getragen. Einige Geräte lassen sich so integrieren, dass sie beim Aufblasen einer kompatiblen Automatikweste automatisch aktiviert werden. Ein AIS-MOB ersetzt jedoch keine EPIRB: Während AIS-MOB vor allem die lokale Rettung unterstützt, aktiviert eine EPIRB die satellitengestützte organisierte Rettungskette.
AIS-SART für Search & Rescue
Ein AIS-SART dient der Auffindbarkeit durch Schiffe und Rettungskräfte in der Umgebung. Solche Geräte kommen insbesondere im Zusammenhang mit Rettungsinseln und anderen Search-and-Rescue-Szenarien zum Einsatz.
Im Unterschied zum persönlichen AIS-MOB-Sender ist ein AIS-SART stärker auf die Ortung eines Rettungsmittels beziehungsweise einer Gruppe im Rahmen einer laufenden Rettungsaktion ausgerichtet.
PLB – persönlicher Satellitennotsender
Eine PLB (Personal Locator Beacon) ist ein kompakter, personenbezogener Satellitennotsender. Technisch nutzt auch sie das 406-MHz-Satellitensystem und ist vor allem für den persönlichen Gebrauch konzipiert.
Bei der Nutzung müssen jedoch die jeweiligen nationalen Registrierungs- und Zulassungsvorgaben beachtet werden. In Deutschland können PLBs derzeit nicht regulär registriert werden. Vor dem Kauf sollte deshalb geprüft werden, ob und unter welchen Bedingungen das jeweilige Gerät im vorgesehenen Einsatzland genutzt werden kann.
Welche Funktionen sind bei Seenotsendern wichtig?
Je nach Gerät können verschiedene Zusatzfunktionen die Ortung und Bedienung verbessern. Dazu gehören:
- integrierte GNSS-Positionsbestimmung
- AIS zur lokalen Ortung
- RLS als Empfangsbestätigung
- automatische oder manuelle Aktivierung
- integrierte Blitz- oder Signalleuchten
- automatische Freigabe bei bestimmten EPIRB-Systemen
Welche Funktionen sinnvoll sind, hängt vom Einsatzbereich und vom jeweiligen Sicherheitskonzept an Bord ab.
Registrierung, Batterie und Wartung beachten
Eine EPIRB muss korrekt codiert und der jeweiligen Funkstelle beziehungsweise den Schiffsdaten zugeordnet sein. Änderungen an Schiff oder Eigentümer sollten entsprechend aktualisiert werden. Auch der Zustand des Senders selbst ist wichtig. Das Batterieverfallsdatum und die vom Hersteller vorgesehenen Wartungs- oder Austauschintervalle sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Nach einer Aktivierung oder bei Beschädigungen ist zu prüfen, ob Batterie oder Gerät ausgetauscht beziehungsweise gewartet werden müssen. Erkunde jetzt unsere Seenotsender führender Hersteller, wie Ocean Signal.